11. Dezember

Internationale Aktivist*innen von Fridays for Future fordern die Einhaltung des 1,5° Ziels der Pariser Klimaziele (Bild: fridaysforfuture.org)

Vor 5 Jahren wurde das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet.
In unserem heutigen Jahresrückblick schauen wir, was sich seitdem getan hat:

ZU WENIG

Deswegen gehen wir heute unter strengen Hygienemaßnahmen auf die Straße.

🗓 Freitag, 11.12.2020
🕑 14:00 Uhr
📍 Nikolaikirchhof

Wir wollen gemeinsam mit euch einen #Fightfor1Point5 Appel auf den Nikolaikirchhof legen. Die Klimakrise entwickelt sich auch heute schon verstärkt zu einer humanitären Krise, vor deren Auswirkungen (Hunger, Dürre, Krieg, …) Menschen fliehen müssen.

Seid bitte alle bis 15:30 Uhr da, wenn wir ein gemeinsames Gruppenfoto vom Kirchturm aus machen wollen.

Für mehr Infos zur Aktion folgt uns auf den bekannten Kanälen.

Demonstration zur MAPA-Kampagne („Most Affected People and Areas“)
(Bild: fridaysforfuture.org)

Hier der deutsche Aufruf:

Vor fünf Jahren, am 12.Dezember 2015, unterzeichneten die Staats- und RegierungschefInnen der Welt das Pariser Abkommen. Damit gaben sie der Welt, den Menschen an vorderster Front und allen künftigen Generationen das Versprechen, den Klimanotstand zu bekämpfen, und den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

 

Seither haben es die Staats- und RegierungschefInnen weltweit immer noch versäumt, die Klimakrise als Krise zu behandeln. Nach fünf Jahren verstehen wir, dass es eindeutig keinen Sinn hat, von unseren Staats- und RegierungschefInnen einfach zu verlangen, dass sie ihr Versprechen von Paris einhalten. Es ist an der Zeit für uns, unsere eigenen Versprechen zu geben. 

 

Wir erleben derzeit, wie eine um 1,2 Grad Celsius wärmere Welt aussieht, und das ist bereits eine Katastrophe. Sie brennt, sie wird überflutet, sie schmilzt, Arten sterben aus, Menschen ertrinken und verdursten. Wir nähern uns immer mehr katastrophalen und irreversiblen Kipppunkten. In Ermangelung einer Führung geben wir dieses Versprechen – einander und dem Planeten gegenüber.

WIR werden Veränderungen und Rechenschaft fordern. WIR werden für die Welt, in der wir leben wollen, kämpfen.

 

Die Wissenschaft ist eindeutig in der Beurteilung der  Folgen einer globalen Erhitzung von bis zu 2 Grad Celsius. Dennoch diskutieren die Staats- und RegierungschefInnen immer noch darüber, anstatt endlich zu handeln.. Dies ist inakzeptabel. Die gegenwärtige Realität von 1,2 Grad Celsius ist bereits jetzt dramatisch und sogar lebensbedrohend. Die Staats- und RegierungschefInnen der Welt haben kein Recht, über Netto-Null-Ziele bis 2050 zu sprechen, als wäre dies der Gipfel der Ambitionen. Die Begrenzung unseres Ehrgeizes auf Null bis 2050 ist für viele ein Todesurteil. Es ist ein Schlag ins Gesicht, dass zum Zeitpunkt der Pandemie die Priorität unserer Staats- und RegierungschefInnen darin bestand, die fossile Brennstoffindustrie zu retten, und nicht diejenigen, die an der vordersten Front dieser Krisen stehen. Diese sogenannten Führer haben kein Recht, von „ehrgeizigen Zielen“ zu sprechen. 

 

Die Notwendigkeit eines raschen und grundlegenden Systemwandels liegt auf der Hand. Solange wir keine Systeme zum Schutz der Menschen und des Planeten eingerichtet haben, sind alle, außer den Reichsten, mit zunehmender Unsicherheit und Armut konfrontiert. Der Übergang muss nicht nur schneller, sondern auch gerechter sein – für die vielen, und nicht für die wenigen. Wir können nicht zur Normalität zurückkehren. Die Normalität war bereits eine Krise – eine Krise der Ungleichheit, der Zerstörung der Natur und des Klimas. Das System ist nicht kaputt, es wurde gebaut, um ungerecht zu sein. 

 

Die EntscheidungsträgerInnen haben eine Wahl zu treffen. Inzwischen erkennen immer mehr Menschen, dass alle Risiken und Ungerechtigkeiten, denen die Welt ausgesetzt ist, die gleichen Ursachen haben. Immer mehr Menschen machen sich das zunutze, was viele von uns vergessen haben – ein Gefühl der Einheit, wenn wir uns für eine gerechtere, sauberere, sicherere und gesündere Welt einsetzen. Unsere vermeintlichen Führer kämpfen nicht für das Wohlergehen des Planeten und seiner Menschen. Deshalb verpflichten wir uns, auf die Straße zu gehen, zu schreien, zu streiken, Kampagnen aufzubauen und Verbindungen zu knüpfen, mehr zu fordern und zu stärkeren, mächtigeren Bewegungen heranzuwachsen, bis sie bereit sind, mit uns und nicht gegen uns zu kämpfen. 

 

Es liegt an uns, den Menschen auf der ganzen Welt, aus jeder Generation, uns zu organisieren, zu mobilisieren und die Veränderung herbeizuführen, die wir in der Welt sehen wollen. Wir werden nicht aufhören, weil wir wissen, dass wir eine sichere und gerechte Gegenwart und eine grüne und nachhaltige Zukunft für alle verdienen.

Wir versprechen, weiter für die Welt zu kämpfen, die wir brauchen, weiter für 1,5 zu kämpfen.